Das Projekt remembAR entstand während der Vorlesung „Smart Home Praktikum“ im Rahmen meines Master-Studiums. In einer 14-köpfigen Gruppe die in ein Konzeptions- und ein Entwicklungsteam untergeteilt wurden, ging es darum kreativ zu werden und ein Szenario auszuarbeiten, in welchem AR-Brillen und Smart Home Objekte Nutzern den Alltag erleichtern. Gemeinsam erarbeiteten wir erste Use Cases und Szenatien für remembAR: Die Anwendung sollte Nutzern beim Verlassen der Wohnung anzeigen, welche wichtigen Gegenstände vergessen wurden. Auf dieser Seite werde ich das Projekt vorstellen und mich auf meinen Input für das Team fokusieren.

Das Konzept

Der erste Schritt für das Projekt waren Personas. Die Aufgabe dieser, war es uns besser in unsere Zielgruppe einfühlen zu können. Einer der drei gewählten Nutzer war Olaf der Opa. Es ist natürlich nicht immer leicht sich an alles zu erinnern, noch dazu können im zunehmenden Alter Demenz und Alzheimer dazu kommen. Gleichzeitig müssen Interfaces simpel und einfach gestaltet sein, damit vor allem ältere Menschen mit einer geringeren Medienkompetenz schnell reinfinden und diese gerne nutzen. Durch unsere Persona wollten wir also versuchen unsere Anwendung auf die Bedürfnisse unserer Nutzer maßzuschneidern.

Durch das Smart-Home Lab wurden uns ebenfalls zwei AR Brillen für unser Projekt zur Verfügung gestellt: Die Epson Moverio und die HoloLens wurden dafür mit Smart-Home Elementen verbunden und über Beacons an Objekten konnte abgefragt werden, ob sich diese noch im Haus befinden oder nicht. Für eine bessere Übersicht, wie die einzelnen Komponenten mit dem Nutzer zusammenhängen wurde ein Interaktionskonzept mit einem Use Case erstellt:

Durch die Zusammenarbeit einer smarten Fußmatte, der Beacons, dem Einrichten von Terminen mit benötigten Gegenständen und den AR-Brillen kann unsere Anwendung so garantieren, dass der Nutzer in Zukunft keine Gegenstände mehr daheim vergisst.

Logo und App Icon

Nachdem die ersten Ideen dann dokumentiert waren und es erste Mock-Ups für die AR-Brillen gab, ging es darum unserer Idee einen Wiedererkennungswert zu geben. Durch die Erstellung mehrerer Entwürfe bezüglich des Logos und des Anwendungsnamens wurde im Team abgestimmt und der Name remembAR gewählt – ein passender Name für unsere AR-Anwendung, die Nutzer an vergessene Objekte erinnert.

Der Nutzertest

Nachdem der erste Prototyp für beide Brillen erstellt war, ging es ans Testen: Mit 6 Teilnehmern zwischen 21 bis 42 Jahren prüften wir unser Konzept auf Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit und wollten dabei auch rausfinden wie es sich mit der Bedienbarkeit und dem Tragekomfort der beiden AR-Brillen verhält. In einem ersten Interview wurden Informationen über die Mediennutzung der Probanden ermittelt. Dann ging es mit dem Testen der AR-Brillen los: Durch simple Aufgaben wurden den Probanden 2 Szenarien gegeben, in welchem Gegenstände vergessen wurde. Durch Fragen über das Interface, die Verständlichkeit der Icons und der Gesten sowie der Thinking-Aloud Methode haben wir viel Feedback über das Konzept sammeln können. Im Anschluss wurde erneut ein Interview geführt, in welchem es sich um AR Brillen und die Zukunftsvisionen dieser drehte.

Lessons Learned

Aus dem Projekt konnten viele neue Erkenntnisse gewonnen werden. Zum einen wie man einen Nutzertest aufbaut, in dem zwei Brillen verglichen wurden und wie man die nötigen Unterlagen (z.B. Datenschutz Dokumente) anlegt. Unsere Idee wurde zwar gut angenommen, die Akzeptanz zu AR-Brillen ist aber noch nicht sehr hoch, da sie nicht wirklich komfortabel sind und nach einer Weile einen sehr unangenehmen Tragekomfort haben. Ebenfalls ist die Nutzung der Gestensteuerung anfangs etwas ungewohnt.

Der größte Lernfaktor war aber das Arbeiten mit AR-Brillen, da sich neue Möglichkeiten für die User Experience ergeben und man auf ein minimalistisches und klares Screen Design achten sollte.